Interessengemeinschaft Sülz-Klettenberg Carée e.V. über die Ausstellung: Der verkaufsoffene Sonntag und die Kunst lockte viele Menschen in die Geschäfte. Es gab aber auch wirklich viel zu sehen: In der Buchhandlung Olitzky konnte man Ginkgoblattgemälde von Martin Wirtz bewundern, beim Salätchen Bilder von Valerij Pabst. Auf der Sülzburgstraße zeigte Gustav Kuhweide 130 Fotografien unter dem Motto: ‚Caféhausszenen von Stockholm bis Sansibar‘, während sich Theresa Kuss bei Bruchhaus Optik sich bei ihren Fotos ganz auf die Tassen konzentrierte.
KÖLNER WOCHENSPIEGEL (17.11.2011) über die Ausstellung:
Mit einem verkaufsoffenen Sonntag startete die "kunst im carrée" in Sülz und Klettenberg.(...)
Einen "künstlerischen Augenschmaus" versprechen bis Samstag die Organisatoren der neunten "kunst im carrée" in Sülz und Klettenberg.(...) Viele Künstler haben für die Aktion kulinarische Köstlichkeiten in Kunst umgesetzt. Dank herrlichem Herbstwetter ließ sich sowohl der Auftakt der "kunst im carrée", als auch der "Street Gallery Lindenthal" perfekt mit einem ausgiebigen Einkaufsbummel verbinden.
Fotos: Surmann
"The bad artists imitate, the great artists steal"
Pablo Picasso
BANKSY
"Dekorative Malerei (...) hat mit der Malerei als solcher so viel zu tun, wie der Salat, den man auch am besten mit Öl zubereitet."
Julius Meier- Graefe: Der Fall Böcklin
Stuttgart 1905, S. 83
Vor über 20 Jahren sang eine kanadische Sängerin Mylène Farmer im Lied “Sans Contrefaçon“ folgendes: “Oh Mama, pourquoi suis-je un garçon…"
Irgendwie faszinierte mich diese Vorstellung, dass die Sängerin, eine bestimmte Rolle darstellend, mit Stimme eines kleinen Mädchens ihre Mutter fragt, warum sie eigentlich ein Junge sei.

Das Lied “Sans Contrefaçon” begleitete mich beim Malen anderer Bilder. Ohne viel darüber nachgedacht zu haben, sang ich oft den Refrain “Sans contrefaçon, je suis un garçon” einfach mit. Eines Tages blätterte ich im CD- Cover, der auch Songtexte enthält. Dabei blieb mein Blick bei diesem Lied haften. Ich verspürte eine gewisse Inkongruenz in der Unbeschwerlichkeit und Leichtigkeit der Melodie auf einer Seite, in der Komplexität und Mehrdeutigkeit des Textes auf der anderen. Wort für Wort versuchte ich zu verstehen, warum es genauer geht.
So wollte ich dann neue Charaktere herausbilden, die auf der Basis des Originals entstehen. Das Äußere bleibt dabei erhalten. Nur die Rolle wird umgetauscht.
Passend zum Bild:
Natalia Kills - Free (feat. will.i.am)
"Jeder Mensch kann für 15 Minuten ein Star sein"
Andy Warhol
Während ich die Kunstschule in Rodino besuchte, beschäftigten wir uns dort sehr oft mit dem Still- Leben. Das waren ausschließlich praktische Übungen ohne Hintergrundwissen. Wir malten für das Still- Leben typische Gegenstände wie Obst und Gemüse, Kruge und Pokale, gestopfte Tiere, verschiedene Stoffe als Unterlage oder Hintergrund usw.
Erst nach 13 Jahren fing ich an mich mit diesem Thema aufgrund meiner Tätigkeit in der Realschule zu beschäftigen.
Ehrlich gesagt, fand ich das Phänomen Still- Leben bis vor kurzem relativ langweilig, da es mit bloßem stundenlangem Abmalen verbunden war. Nach mehreren Auseinandersetzungen mit dem Thema entdeckte ich eine neue Welt der Symbole, die hinter dem Sichtbaren verborgen sind.
Zurzeit spiele ich mit den Gedanken mein eigenes Still- Leben zu malen. Es könnte ein paar persönliche, ein paar politische und ein paar zeitgenössische Symbole in sich tragen.
Ab Ende März geht´s los!
Es wird immer wieder darüber diskutiert und gestritten, was Kunst ist und was nicht. Ist z.B. ein nach dem Auftrag gemaltes Porträt Kunst, oder Handwerk? Macht es einen Unterschied, wenn man ein Porträt malt, um das zu schenken im Vergleich zu einem verkauften Porträt?
Selbst etablierte Künstler und Kunstkritiker haben häufig völlig divergierende Meinungen, was dieses Thema betrifft.
Da Kunst vielseitig ist kann man sagen, dass alles noch Konzeptuelle oder schon Geschaffene zu Kunst zählen kann, egal welche Form es auch annimmt.
Auf der anderen Seite verlangt Kunst als Phänomen und Wissenschaft eine gewisse Bewusstheit oder Reflexion und Qualität (nicht zu verwechseln mit Schönheit und Kitsch).
Es stellt sich also die Frage: „Kann ein Werk authentisch sein, wenn es nach Bestellung gemacht ist?“ Oder wird der Künstler dabei zu einer „Auftragsmaschine“, die die Bedürfnisse und Wunsche des Auftragsgebers nicht enttäuschen möchte?
Als Künstler will man meistes unabhängig und frei sein und das tun, was sich selber beschäftigt und einfach raus muss. Da wir in einer vom Kapital regierten Gesellschaft leben, wo Geld nicht alles, aber vieles entscheiden kann, wo Erfolg oft immer noch mit der Anzahl verkaufter Bilder definiert wird, ist man als Künstler etwa „gezwungen“ mal auf zwei Hochzeiten zu tanzen. Man ist einerseits frei, weil wir Meinungs,- und Redefreiheit haben. Andererseits verfügt man oft über keine Grundlage (z.B. Bedingungsloses Grundeinkommen), um völlig unabhängig zu sein. Was interessant ist, wird Unabhängigkeit häufig sofort als finanzielle Unabhängigkeit verstanden.
Was meinen Sie dazu? Diskussionen im Gästebuch zum Thema sind willkommen!
Warum denn Tusche ?
Im Vergleich zu Acryl-, oder Ölfarben ist Tusche eine verletzliche und labile Farbe. Sie hat etwas Vergängliches in sich, wenn Wasser darauf kommt oder die Sonne die Leinwand anstrahlt. Ölfarben sind dagegen viel robuster. In dem Album „Gesellschaft“ sind die meisten Bilder in der Technik „Öl und Tusche auf Leinwand“ gemalt. Wenn Ölfarben schon trocken sind, kippe ich etwas Wasser auf die ganze Leinwand um. Die Stellen, die mit Tusche gemalt wurden fangen dann an zu verschwimmen und geben dem Bild mehr Dynamik und Bewegung. Ölfarben bleiben dabei unverändert. Mit diesem Moment kann man viel spielen und experimentieren. (Wie wäre es wenn ich zu der blauen Tusche etwas weiße oder schwarze dazugebe? Was passiert, wenn ich die Leinwand auf den Kopf stelle und Tusche plötzlich in die andere Richtung verläuft?)
Nach einem mehrtägigen Trocknungsprozess zeigt das Bild sein individuelles Gesicht. Wenn nicht, geht das Experementieren von vorne los.
Heute bin ich beim Lesen eines Artikels über Cindy Sherman auf Folgendes gestoßen:
„Kunst ist, was der Unterhaltung dient, nichts mit Sport zu tun hat und nicht sittenwidrig ist.“ (Urteilbegründung des Bundessozialgerichts und Titelbild eines Verlagsprospekts)
Mein erster Gedanke war- dieser Begriff dient tatsächlich der Unterhaltung :-) Die Frage was Kunst wirklich ist, wo sie anfängt und aufhört beschäftigt die Menschheit schon seit längerer Zeit.
"Was war Kunst?"- sollte eigentlich die Frage lauten.
Obwohl der Mensch schon seit tausenden von Jahren auf dem Planeten Erde lebt, stellt er sich immer wieder die Fragen wie: wo kommt der Mensch, das Leben, das Universum her? Gibt es einen Gott/ Götter? Was ist der Sinn des Lebens? usw. Es gibt verschiedene Theorien, die das eine oder das andere beweisen oder widerlegen. Aber es gibt keine einzige endgültige Erklärung für das Ganze. Jede Wissenschaft versucht es auf ihre eigene Art und Weise zu erklären. Aber diese Erklärungen stellen den Menschen nicht so einfach zufrieden- er sucht nach mehr. Schon die Höhlenmenschen haben ihre Weltwahrnehmung auf den Felszeichnungen abgebildet. Diese liefern uns Beweise dafür, dass der Mensch vor ca. 40 000 Jahren versucht hat das Ganze zu erklären und zu visualisieren. Man kann also mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, dass Kunst, genau so wie alle anderen Wissenschaften, von ihrer Seite unsere paradoxe Lebenswirklichkeit und das Ganze zu erklären versucht. Alles, was wir sehen, riechen, fühlen, schmecken, alles, was uns umgibt ist Kunst. Selbst, wenn es eklig und hässlich ist.
Ich erinnere mich an unvergessliche Worte einer Kunstprofessorin: „Kunst ist das, was wir selber als Rezipienten oder Produzenten für Kunst halten“.
Oft werde ich gefragt, woher ich die eine oder die andre Idee habe oder wie mir das oder das einfällt. Ehrlich gesagt, stelle ich mir kein bestimmtes Ziel unbedingt etwas malen zu müssen. Meistens kommen Gedanken und dann Ideen von alleine und irgendwann mal sind sie so klar und deutlich, dass sie mir einfach nicht mehr aus dem Sinn gehen. Vor allem fällt mir das ein, während ich etwas tue, was mit Kunst vielleicht wenig zu tun hat- beim Aufräumen, Fahren mit der U-Bahn, Schreiben einer Ausarbeitung oder beim Lesen. Wenn ein Stück Papier und ein Bleistift oder ein Kugelschreiber in meiner Nähe liegen, greife ich danach und mache die ersten Skizzen. Im Atelier entstehen später aus den Skizzen größere Bilder auf Leinwand oder Pappe. Während des Schaffens werden die Ideen weiterentwickelt, was wieder Tage oder Monate dauern kann. Irgendwann mal bekommt das Gemälde eine gewisse Intensität, die mir beim Betrachten sagt, dass es vollendet ist.
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